Unterirdisch und Extravagant


Wir gehen in die verschiedensten Untergründe Münchens - unterirdisches Burggewölbe, unterirdische Krypta mit Sarkophagen, unterirdisches Wasserwerk bis hin zum früheren Rotlichtuntergrund

Es geht einmal zu mehreren wenig bekannten unterirdischen Räumen Münchens.

unterirdische Räume um Münchens Altstadt Zum anderen dann aber auch in andere Untergründe: Wo war der Rotlicht-Untergrund vor den Olympischen Spielen? Welcher altbekannte Schlager, den meist auch die Jüngeren kennen, weist uns den Weg dorthin? Und wie extravagant ist es denn, wie es einem Promi-Wirt gelungen ist, ein mehr als exklusives Raucherrestaurant zu installieren, indem er eine winzige Lücke im strengen bayerischen (Nicht)Rauchergesetz gefunden hat?

Hier gehts in den Münchner Untergrund


Wir gehen u.a. in ein unterirdisches Wasserwerk. Die Anlage aus dem 19. Jahrhundert arbeitet nach wie vor und wir können ihr zuschauen, wie sie Wasser aus der Erde holt; riesige Geräte, die ähnlich wie Erdölförderpumpen aussehen und auch wie diese arbeiten. Dagegen sind die Wasserkanäle und Gänge aus den früheren Jahrhunderten nebenan (Bild unten) inzwischen stillgelegt. Achtung: Diese Anlage ist nur im Sommerhalbjahr zwischen Ende April und Mitte Oktober geöffnet!

unterirdisches Wasserwerk München aus 19.Jhdt
Wasserförderung mit Technik des 19.Jhdt Räder und Pumpen arbeiten immer noch in altem Wasserwerk (Hinweis: Die ganz oben gezeigten Gänge können Sie einsehen wie die Kamera - sind leider aber nicht zugänglich, da sich ein Gitter davor befindet.)
19.-Jhdt.-Turbinen werden in altem Münchner Wasserwerk durch Wasserkraft angetrieben

Das noch ältere und größere Vorbild dieser Anlage arbeitet in Schloss Nymphenburg und gilt als die älteste heute noch arbeitende Maschinenanlage Europas.



Unser Weg führt auch in ein altes unterirdisches Burggewölbe aus dem Hochmittelalter. Dort machen wir Geräusche aus dem Mittelalter hörbar und Sie dürfen einige davon erraten.

altes Burggewölbe unter München ( Hinweis: Nur Montag bis Samstag zugänglich )


Stadtbäche: "Isar-Venedig" oder "Scheißbachklamm" ?

München war bis ins 20. Jahrhundert durchzogen von Wasserläufen und Kanälen. auf den alten Bilder mag das heute romantisch aussehen, aber damalige Münchner bezeichneten das auch als "Scheißbachklamm" wegen der unhygienischen Zustände. Die Bilder unten zeigen den selben Stadtbachkanal, Bild links um 1570 und das Foto rechts 1907. Das war fast so eine Art "Canale Grande", der ganz in der Nähe vom Marienplatz floss, unterirdisch sogar noch bis 1968. Wir gehen durch diese heutige Straße und finden Spuren des alten Stadtbaches.

der Münchner Stadtbach Pfisterbach 1570 Der Pfisterbach 1907 - einer von vielen Stadtbächen Münchens

Der Pfisterbach 1570 und 1907: Im Bild links überspannt um 1570 ein Brückenhaus den Pfisterbach. In solchen Häusern über Stadtbächen befand sich in aller Regel ein Plumpsklo. Das war also "WC" Version 0.1 im Sinne einer spätmittelalterlichen Wasserspülung des 16. Jahrhunderts - mit gesundheitlich fatalen Folgen, sprich vielen Seuchenausbrüchen, Pest- und Choleratoten in über sechs Jahrhunderten Stadtgeschichte.

Die Stadtbäche erfüllten also viele Funktionen, so trieben sie auch Mühlräder und andere Maschinen an. Einige Stadtbäche fließen im Untergrund heute sogar immer noch und ein Wasserlauf wurde inzwischen sogar wieder freigelegt, z.B. um ein neu erbautes Wohnquartier mit kühlem Nass aufzuhübschen oder auch um eine Staatskanzlei vor angreifenden Sprengstoff-LKWs zu schützen - dank der vorausschauenden Hellsichtigkeit des weisen Landesvaters Franz-Josef-Strauß.


Wittelsbacher Krypta in München In 738 Jahren Herrschaft über Bayern haben die Wittelsbacher ziemlich viele Leichen hinterlassen. So stehen in einer großen Krypta unterirdisch die Sarkophage vieler bayerischer Herrscher und ihrer engsten Anverwandten. Exotische Bestattungs- und Einbalsamierungsmethoden hatten nicht nur die alten Ägypter: Bei den Wittelsbachern wird regelmäßig das Herz herausgeschnitten und getrennt beigesetzt. Wir zeigen Ihnen, dass z.B. der Leichnam von Napoleons Ziehsohn in der Ecke rechts hinten liegt, sein Herz aber wiederum in einer Urne vorne links ruht.



Aus Roms dunklen Katakomben nach München geschafft wurde im Mittelalter das inzwischen reichlich verziertes Skelett einer Frau (Bild unten). Um 250 n.Chr. hat ihr irgendjemand oder irgendetwas das Genick gebrochen. Da die Frau als mögliche Märtyrerin aus der Zeit der Christenverfolgung heilig gesprochen wurde und ihre Gebeine als Reliquie gelten, lockte so etwas im alten München zahlreiche Pilger an. Wir zeigen Ihnen die alte Dame und ihr geschmücktes Skelett.

Ein altes römisches Frauenskelett einer Heiligen im alten München



Diese Tour führt auch in den früheren, traditionellen Rotlicht-Untergrund, wo bis zu den Olympischen Spielen 1972 das erotische Laster zu Hause war und die legendäre Rosi aus dem Sperrbezirk anschaffen ging. Diese frühere Welt der Stundenhotels und Bordelle sieht heute sehr sauber und geleckt aus, ganz anders als vor den Olympischen Spielen. QEE_frühere Rotlichtmilieu-Gassen Im Sinne einer "sauberen" bayerischen Doppelmoral wollte die Münchner Stadtpolitik vor den Olympischen Spielen 1972 das Rotlichtgewerbe aus der Altstadt entfernen. Da sich Sperrbezirke nicht so schnell umsetzen ließen, ließ sich der damalige Polizeipräsident und "Schwarze Sheriff" Manfred Schreiber schlitzohrig-raffinierte Methoden einfallen, um das horizontale Gewerbe aus der City zu vertreiben. Wir erzählen Ihnen wie. Eine spätere Reaktion darauf war der Schlager "Skandal im Sperrbezirk", der Zeile für Zeile süffisant auf diese Vorgänge Bezug nimmt.


So wie im
Bild links sah es noch vor 100 Jahren aus - ein Stadtbachkanal, wo heute eine Straße verläuft So sah eine Straße der Altstadt (zwei Fotos oben von 1895 und 2017) noch vor gut hundert Jahren aus - ein Stadtbachkanal. Das hier fliessende Wasser trieb bis ins 20. Jahrhundert eine Mühle an; zwei Straßen weiter existiert heute immer noch eine Mühle, die einst von einem unterirdischen Stadtbach angetrieben wurde (und heute - elektrisch angetrieben - das ideale Mehl für 2200 Pizzabäcker mahlt).
Mit solch einem Fischkasten wurden seit dem Mittelalter lebende Fische
frisch gehalten z.B. hier am Münchner Fischerbach zwischen Heilig-Geist-Kirche und
Viktualienmarkt

Mit solch einem Fischkasten (Bild links oben) wurden schon im Mittelalter lebende Fische frisch gehalten. Solche Kästen hingen an Holzgestellen wie hier am Fischerbach (rechts im Bild), der in einer schmalen Gasse nahe der Heilig-Geist-Kirche (Turm im Bild) rechts unter der Mauer floss.

Im Vergleich: Münchner an einem Stadtbach von 1900; rechts 2017 der Westermühlbach Etwa 120 Jahre liegen zwischen diesen beiden Fotos! Links im Bild oben ein Foto aus dem Lehel (um 1900), rechts eines von 2017, welches das neue Wohnquartier zwischen Isartal- und Auenstraße mit dem offen gelegten Westermühlbach zeigt. Inzwischen hat München begonnen, einige der unter die Erde verbannten Stadtbäche wieder offenzulegen. So möchte die Stadt hinter dem Sendlinger Tor(-Kino) in der Herzog-Wilhelm-Straße den dort noch unteridisch fließenden Westlichen Stadtgrabenbach wieder freilegen, eingebettet in die dortige Grünanlage, nach Abschluss des Umbaues am Sendlinger-Tor-U-Bahnhof.




Geheimtreppe Palaiskeller München

Ein ganz früher bayerischer Ministerpräsident hatte in seinem Palais eine Geheimtreppe anlegen lassen. Warum das damals sehr wohl Sinn machte, erklären wir Ihnen vor Ort.


Hier wurde in Münchens Zentrum vor Kurzem ein 3000 Jahre altes Grab gefunden

Bei den Kanalisationsarbeiten zu dem Gullydeckel (im Bild oben markiert) wurde 2014 ein 3000 Jahre altes Grab mitten in der Münchner City gefunden wurde und das in ganz geringer Tiefe (Bild oben) - mit einem weiblichen Skelett. Und zwar an einer Stelle, an der seit der Stadtgründung tatsächlich noch niemals gegraben worden war. Erst als man dort die Kanalisation erweitern wollte, fand sich in geringer Tiefe das Grab einer offenbar hochgestellten Frau. Unter ihren Grabbeigaben war auch ein edler Dolch. Das mag erstaunlich wirken, ist es jedoch für Archäologen seit Kurzem nicht mehr. Bei dieser Tour erklären wir erklären Ihnen warum.

Noch ein wichtiger Hinweis: Es geht NICHT in die Kanalisation und NICHT durch unterirdische Gänge - Führungen in die Kanalisation gibt es nur bei der Stadtentwässerung / bei den Stadtwerken zu buchen, nicht bei uns. Wir zeigen bei dieser Tour lediglich etwas vom Vorgängersystem der Münchner Kanalisation, den Münchner Stadtbächen. Sie brauchen also keine Gummistiefel. Unten Fotos aus der Kanalisation, in die Sie nur über die Münchner Stadtentwässerung kommen, NICHT über uns. Unten ein Blick in eines der gigantischen Regenrückhaltebecken, mit denen bei stärkeren Regenfällen das Regenwasser gesammelt wird, damit es nicht unsere Straßen überschwemmt. Würde ein sommerlicher Platzregen länger als 20 Minuten anhalten - was fast nie vorkommt - dann wäre auch diese gigantische Halle im Bild unten voll und dann würden unsere Gullydeckel wie Sektpfropfen nach oben fliegen und das überschüssige Wasser hinterher ...

Es-geht-NICHT-in-die-Kanalisation Münchens

Falls Sie an so etwas interessiert sein sollten, wenden Sie sich bitte an den Betreiber Stadtentwässerung / Stadtwerke SWM.

unterirdisch Regenrückhaltebecken in Kanalisation Münchens




Die unterirdischen Locations unserer Führung stehen je nach Uhrzeit, Wochentag oder Monat nicht immer zur Verfügung. Nach Ihrer Anfrage sagen wir Ihnen, in welchem Umfang an dem von Ihnen gewünschten Termin die unterirdischen Orte zugänglich sind.




Übrigens gibt es in unserem Programm noch eine weitere, ganz ANDERE unterirdische Führung, und zwar in die heißen Katakomben unter dem Gärtnerplatzviertel, die MÄNNERSAUNA-FÜHRUNG (bitte anklicken bei Interesse und für weitere Bilder ). Diese andere Tour führt sie in die schwüle Unterwelt der größten Männersauna Europas. Diese Tour ist besonders bei Damen beliebt. Nur als Gruppenführung möglich. Um eine frühe Anfrage bzw. Voranmeldung wird gebeten.

Heiße Katakomben der größten Männersauna Europas in München Also: In diese Unterwelt der Keller des rosafarbenen Stadtviertels geht's NUR hier: MÄNNERSAUNA-FÜHRUNG - Damen willkommen!

(Bei Interesse MÄNNERSAUNA-FÜHRUNG -rote Markierung in der vorigen Zeile- anklicken)




Hinweise zur Führung UNTERIRDISCH & EXTRAVAGANT

Diese Führung ist eine Gruppenführung für 2 bis 20 Teilnehmer bei individueller Terminvereinbarung!

Sollte Sie diese Führung interessieren, rufen Sie uns an oder teilen Sie dies uns bitte mit einer Mail oder Kontaktanfrage mit, evtl. auch mit Wunschzeiten an welchen Wochentagen Sie könnten. Die Führung kann nur Montag bis Samstag stattfinden, Mo.-Fr. Beginn spätestens 13:00 Uhr, samstags 12:30 Uhr; Dauer etwa 2 1/2 Stunden. Wir können dann einen für Sie passenden Termin vereinbaren. Größere Gruppen als 20 Teilnehmer möglich, bitte anfragen.

Interessenbekundung bitte unter Tel. 0176-96 33 00 29

  © 2017 - 2018 Martin Schmitt-Bredow

Webanwendung entwickelt von Alexander Brandt

Version 1.0.62 (13.12.2018). Powered by Pippo.