Olympiadorf-Tour pur

Hier geht's um den ungewöhnlichsten Stadtteil Münchens, obwohl viele Münchner ihn gar nicht kennen: Das wie ein Mix aus Club Med, Kasbah & Terrassenhäusern wirkende scheinbar autofreie Olympiadorf gilt als ein gelungenes Städtebauexperiment von 1972 und als ein Quartier mit besonders
begehrten Wohnungen in München.



Für Teilnehmer aus München, AUCH WENN Sie Olympiastadion & -park bereits kennen, ist es der unbekannteste & exotischste Stadtteil Münchens, eine 1968 völlig anders geplante Stadt in der Stadt, die den meisten Münchnern so unbekannt ist und legen wir dann den Schwerpunkt mehr auf das bunte Studentendorf sowie das ober- und unterirdische Olympiadorf; BMW-Welt nur bei Interesse.

Um 2020 erklärte die Münchner Stadtbaureferentin: Eine solches Projekt wie das Olympiadorf dürfte die Münchner Stadtplanung nie, nie, nie mehr zulassen. Dieselbe Stadtbaureferentin hat aber fast zeitgleich Olympiapark und -dorf bei der UNESCO als Weltkulturerbe eingereicht.
Woher dieser Widerspruch? Heute wird das"Olydorf" weitgehend selbstverwaltet. Die Eigentümergemeinschaften haben der Stadt die Grünanlagen und teilweise sogar die Straßen und das Wegerecht abgekauft ... Wir erklären Ihnen bei dieser Tour, warum die Stadtverwaltung nirgendwo in München so wenig zu sagen hat wie im Olympiadorf.




In München selber hingegen wurde in den 1970ern noch das Olympiadorf von der großen renommierten Tageszeitung als sterile Retortenstadt verurteilt, und keiner wollte in die nach Olympia leerstehenden Wohnungen ziehen, weil es 1973/74 tatsächlich mal kurzzeitig zu viele Wohnungen in München und der ganzen Bundesrepublik gab - heute undenkbar! Denn heutzutage ist das "Olydorf" eine der begehrten Wohnlagen der Stadt mit hoher Lebensqualität.
Bei dieser Tour erfahren Sie anhand persönlicher Beispiele, wie spottbillig man damals an eine Wohnung im Olympiadorf kam und man dazu auch noch viel Auswahl hatte.



Na ja - ganz so nachhaltig waren nackte Betonplatten nie. So ist das Olympiadorf inzwischen bereits einmal komplett durchsaniert worden. Nachhaltigen Beton konnten nur die alten Römer bauen - siehe z.B. das Pantheon. Das Geheimnis dieses besseren Betons ohne Stahl wird gerade zur Zeit erforscht; das ist aber ein anderes Thema ...




Als einen Mix aus Club Méditerranée, arabischer Kasbah und Plattenbau bezeichnet eine seit 30 Jahren im Olympiadorf lebende Architektin ihre neue Heimat. Sehr gut beschrieben, finde ich das, der auch mal im "Olydorf" 1982/83 einen Art zweiten Wohnsitz hatte.
Das Revolutionäre am Projekt Olympiadorf war zum einen die Autofreiheit an der Oberfläche (Verkehr und Stellplätze wurden unterirdisch darunter gebaut) und zum anderen die Plattenbauweise mit vorgefertigten Teilen. Und das Ganze kombiniert mit sehr großzügigen Grünlagen samt Minisee und Wasserspielen.
Bei diesem Rundgang erfahren Sie auch, in welch ungewöhnlichem, offenen und ganzheitlichem Planungsprozess das Dorf aus 57 (!) verschiedenen Entwürfen entstanden ist oder auch, warum das für praktisch alle beteiligten Produktionsfirmen der kreativen Betonplatten im Konkurs enden sollte und die Plattenbauweise in Westdeutschland damit nach 1973 tot war.

Mitten in der Millionenstadt der Olympiapark mit viel Grün, hohem Freizeitwert und vielen sportlichen Möglichkeiten. Terrassenbauten abends im Münchner Olympiadorf.
Trotz der kompakten, dichten Bebauung des Olympiadorfes ist dieses mal als "Retortenstadt" verschrieene städtebauliche Experiment auch dank seiner autofreien Gestaltung durch Landschaftsarchitekten heute einer der grünsten und beliebtesten Stadtteile Münchens.

Das Studentendorf Das Studentendorf liegt unterhalb der Großwohnanlagen des Münchner Olympiadorfes.

Das "Studentendorf" beherbergte während Olympia 1972 die Sportlerinnen. Heute sind die kleinen Wohnzellen in den engen Betonzeilen bei den Münchner Studenten heiß begehrt. Sie dürfen von den Bewohner bunt bemalt werden und waren einst - vor der Sanierung - so buntscheckig besprayt wie einst die Berliner Mauer.

Durch die erlaubte grüne Überwucherung (siehe unterstes Bild) war aber nach über 30 Jahren die grüne Idylle dieser Appartments derartig "verwanzt", dass das Ganze nicht mehr sanierbar war. Darum musste trotz bzw. wegen des Denkmalschutzes nach der Jahrtausendwende alles komplett abgerissen und nochmals neu im Originalzustand wiederaufgebaut werden. Briefkastenanlage im Studentendorf im Farbdesign von Olympia '72.

Die Farbgebung der Olympischen Spiele von 1972 folgte einem Farbkonzept des legendären Grafikers Otl Aicher ( verheiratet übrigens mit der Schwester von Sophie Scholl ). Es enthielt alle Farben außer die der Nazi-Olympiade von 1936, rot und schwarz, um 36 Jahre später für das neue demokratische Deutschland mit den übrigen Regenbogenfarben einen Gegenpol zu setzen. Nicht nur das Olympiamaskottchen Dackel Waldi, sondern auch die Briefkastenanlagen der Studentenappartments hielten sich an diesen Farbkreis. Witzig, wenn sich sogar die eine oder andere Bewohnerin heute noch nach diesen Farben kleidet.




Der 'Vierzylinder' beherbergt die BMW-Konzernzentrale, die silberne 'Schüssel' rechts unten das BMW-Museum und links schließen direkt die Münchner BMW-Werksanlagen an.

BMW-Konzernzentrale in Form eines 4-Zylinder-Motors



Die BMW-Welt

Die geschwungene Architektur der BMW-Welt - so Kenner der Entstehungsgeschichte - soll nach Feng Shui gestaltet sein. Auch das Design des geschwungenen "Himmels" innerhalb der BMW-Welt - siehe die zwei unteren Bilder - soll für die chinesische Harmonielehre stehen.

Steckt in der BMW-Welt-Architektur Feng-Shui-Design?

Auf den zwei oberen Fotos kann man rechts bzw. gegenüber auch die Neufahrzeug-Auslieferung für die Selbstabholer unter den Autokäufern erkennen, welche ein zentraler Bestandteil der BMW-Welt ist.



BMW-Welt innen - Nostalgie-Auto BMW-Isetta und RollsRoyce

Die in der BMW-Welt ausgestellte kleine Isetta-"Knutschkugel" (Im Bild oben links) aus den 1950er Jahren zeigt das erste damals noch in Lizenz gebaute Automobil des vormaligen Flugzeug- und Motorrad-Herstellers. Nach einer Fast-Insolvenz stiegen die Bayerischen Motorenwerke zu einer internationale Automarke auf. Dazu gehörte die Übernahme einiger englischer Automarken wie Mini(-Rover) und RollsRoyce. Im Bild oben rechts das neueste Modell dieser High-Class-Luxusautomarke.



Einsamer Pfad hoch zum Olympiaberg München Viele Wege führen auf den Olympiaberg, ganz breite, aber auch fast einsame Trampelpfade wie dieser hier mit gelegentlichem Durchblick zur BMW-Zentrale.

Große Wiese auf dem Münchner Olympiaberg Außerhalb von Wochenenden und Feiertagen bieten die "Almen" auf dem Olympiaberg mehr als reichlich Platz für private Wies'n-Picknicks und Erholung.




Klagebalken (oben) und die Erinnerungsstätte zum Olympia-Attentat und
Terroranschlag auf die israelische Olympiamannschaft während der Spiele von 1972

Die heiteren Spiel von 1972 wurden jäh unterbrochen durch den Terroranschlag auf die israelische Olympiamannschaft, deren Geiselnahme und fehlgeschlagene Befreiuung mit einem Blutbad endete. Für diese Opfer gibt es im Olympiapark das ältere "Klagebalken"-Denkmal (oben) sowie seit 2018 auch einen multimedialen Erinnerungsort (unten).







Blick zum Vortex-Wirbel der BMW-Welt




Und hier noch drei kleine, schmutzige Geheimnisse der Münchner Olympiageschichte:

Olympiageheimnis Nr. 1: Das letztendes gebaute Zeltdach-Modell wurde beim Wettbewerb für das Olympiastadion gleich anfangs von der Jury aussortiert, da die statische Berechnung der unter starker Spannung stehenden Zeltdachflächen und ihrer Verankerung als unberechenbar galt und später von allen Statik-Büros auch abgelehnt wurde. Wie das Zeltdach dann doch wieder zurückkehrte, den Wettbewerb gewann und das gravierende statische Berechnungsproblem doch noch gelöst wurde, erfahren Sie bei dieser Führung.

Olympiageheimnis Nr. 2: Dass München 1972 vom IOC die Spiele zugesprochen bekam, war ein strategischer Schachzug des Politbüros der KPdSU in Moskau zu Gunsten seines Schützlings DDR. Der Deal war, dass Moskau mit allen damals sozialistisch orientierten (3.-Welt-)Ländern München unterstützt, weil die BRD erstmals eine eigene DDR-Mannschaft und diese auch noch auf ihrem Boden akzeptierte.

Unbekannter Fakt Nr. 3: München war 36 Jahre vor '72 schon einmal Olympiastadt, und zwar von den Nazis 1936 als solche ausgerufen und für die Winterspiele in Garmisch-Partenkirchen als Bettenburg genutzt. Auch während des Sommers, und so begann der Aufstieg Münchens zum internationalen Fremdenverkehsmagneten mit der Vermarktung als Olympiastadt 1936.

Falls Sie nur wenige, aber doch mehrere Personen sind und gerne zu einem bestimmten Termin an dieser Führung teilnehmen möchten, so können wir Ihnen das zu Ihrem Wunschtermin anbieten für den Kleingruppen-Preis von 135 Euro (max. 6 Personen, Sa./So. 145 Euro). Wenn Sie die Führung nicht exklusiv möchten, stellen wir diesen Termin öffentlich auf unserer Webseite und Ihre 135/145 Euro reduzieren sich für jede Person, die dazu kommt, um je 10 Euro. Tel. 0176-96 33 00 29




Hinweise zur Stadtführung Olympiadorf-Tour pur

Gruppenführung auf Anfrage

Möchten Sie teilnehmen? Diese Führung ist eine Gruppenführung für 1 bis 15 Teilnehmer bei individueller Terminvereinbarung!

Einzeltermine