Ihr Spezialist für kleine geführte Gruppen in München und Venedig!

Der Ausverkauf Venedigs



Overtourism, Kreuzfahrtschiffe und "Hotelisierung" verdrängen nicht nur die Bewohner Venedigs, sondern zerstören auch den alten Glanz der Serenissima. Investoren, darunter viele chinesische, kaufen systematisch Hotels, Läden und Palazzi in Venedig auf. Dazu kommt noch eine undurchsichtige Kommunalpolitik, bei welcher offenbar das Festland die venezianische Altstadt ausbeutet.

Die sinkende Einwohnerzahl Venedigs, gemeint ist damit die der "Hauptinsel", des centro storico, dessen Einwohnerzahl offiziell um die 50.000 beträgt, real vermutlich eher 35.000. Bis vor 50 Jahren waren es noch über 150.000 Einwohner. Das einst so kleine Mestre auf der terra ferma, dem Festland gegenüber, ist zur Fluchtburg der durch teure Mieten verdrängten Venezianer geworden und zählt bereits an die 200.000 Einwohner - und beherrscht somit Venedigs Altstadt und die Inseln, um von dort die Einnahmen durch den Tourismus abzuschöpfen. Warum das centro storico aber in Wirklichkeit inzwischen nur noch 30.-40.000 statt der gemeldeten 50.000 Bewohner hat, darüber reden wir bei dieser Stadtführung.

Vor über 200 Jahren endete die Selbständigkeit der Seemacht Venedig, die einst das halbe Mittelmeer beherrschte. Seitdem stand Venedig unter der Fremdherrschaft von Napoleon und Österreich. Seit 1866 gehört Venedig zu Italien und seit Mussolini empfinden sich viele Bewohner der Altstadt eher als eine Kolonie ihres einstigen Vororts Mestre.

Wir zeigen Ihnen ein oder zwei alte Palazzi, die in jüngster Zeit in Hände ausländischer Investoren gelangt sind, was nicht bedeuten muss, dass Sie dort irgendein Lebenszeichen entdecken können.

Hie sehen wir einen seit einem Jahrzehnt verwilderten Garten und das in einer superzentralen Lage; dahinter ein 20 Jahre leerstehender Palazzo. Man kann das als Immobilienspekulation bezeichnen. Inzwischen ist die Zukunft des Objekts zugunsten eines neu in Europa tätigen US-Investors geklärt. Wir gehen bei dieser Führung dorthin und schauen uns das an.



Kreuzfahrtschiffe dürfen künftig nicht mehr in die Lagune von Venedig einfahren !? Glauben sie nicht alles, auch wenn so etwas sogar von seriösen Pressemedien verbreitet, aber es bleibt in dieser Art der Aussage leider nur eine allzu gern geglaubte Fake News!
Erneute Ankündigung Mitte Juli, größeren Kreuzfahrtschiffen das Einlaufen in der Lagune ab 1.8.2021 zu verbieten. So wie es die meisten Medien melden, sind das eher Fake News! Es geht nämlich nur um eine andere Einfahrt in die Lagune statt der bisherigen an San Marco vorbei. Um im Industriehafen Marghera anlegen zu können, müsste erst mal für ca. 200 Mio. Euro eine Kreuzfahrt- Terminal gebaut werden. Irgendwann wird dieser wohl kommen. Und wer hat zufälligerweise vor kurzem das dafür vorgesehene Hafengrundstück aufgekauft? Ein Unternehmer, der im Hauptberuf Bürgermeister von Venedig ist, auch wenn er gar nicht im alten Venedig wohnt.

Es zeigen sich beim Kreuzfahrerthema zwei Parteien mit völlig unterschiedlichen Interessen: Einmal die italienische Regierung, die den Weltkulturerbe-Status Venedigs retten will; und zum zweiten die politische Führung der Commune di Venezia, die schon immer mit den kommerziellen Interessen paktiert hat; in diesem Falle hier mit den Hafenbetreibern, denn bei denen haben die Kreuzfahrtschiffgesellschafter anteilsmäßig das Sagen. Würde ein echtes Verbot für die Kreuzfahrer kommen, betrügen die vom italienischen Staat zu zahlenden Ausfallentschädigungen an die 200 Mio. Euro ... Und: Entstünde für die Kreuzfahrer eine weitere Tiefsee-Einfahrt, so würde durch dessen Ausbaggerung künftig noch mehr Hochwasser mit mehr potenziellen Überschwemmungen nach Venedig kommen und MOSE wäre irgendwann überstrapaziert. Denn bereits seit Jahrzehnten hat die venezianische Politik aus der Lagune eine erweiterte Adria für die Durchfahrt der ganz großen Schiffe gemacht.



KEINE KREUZFAHRTSCHIFFE MEHR VOR SAN MARCO< so lautet immer wieder mal eine Pressemeldung aus Venedig, zuletzt am 1. April 2021 (sic!) in der Süddeutschen Zeitung.
am . Regelmäßig fällt die Weltöffentlichkeit auf solche Nachrichten rein, weil keiner im Ausland nachrecherchiert. Der Schreiber dieser Zeilen glaubt eher der in Venedig lebenden deutschen Journalistin Petra Reski, die sich immer wiederdarüber wundert, wieso die Weltöffentlichkeit immer wieder auf solche Nachrichten reinfällt.

Davor muss nur noch ein neuer Hafen AUSSERHALB der Lagune gebaut werden, wofür jetzt erst mal ein Ideenwettbewerb stattfinden soll ... Es wird also lediglich nur noch einige Jahr(zehnt)e dauern. "Bis es dann mal so weit ist und ein neuer Hafen die großen Schiffe schon vor der Lagune abfängt, werden sie nach Marghera umgeleitet." ( SZ v. 1.4.2021)
Meine reale Beobachtung: Nach der vorvorletzten pressewirksamen Ankündigung zur Umleitung der Kreuzfahrtkähne zum Industriehafen in Marghera dauerte es nur vier Monate bis die schwimmenden weißen Hotelburgen wieder vor dem Dogenpalast vorbeischipperten. Bei der (vor)letzten es keine drei Monate; im Juni 2021 starteten bereits die ersten Riesenkähne wieder in Venedig.

Bei dieser Führung reden wir darüber, dass alleine die Eigentumsverhältnisse des Hafens von Venedig dafür sorgen dürften, dass die Kreuzfahrtschiffe vielleicht auch dann noch San Marco ansteuern dürften, wenn nur noch der Campanile samt anderen Türmen Venedigs aus der dann längst von der Adria überfluteten Lagune ragen dürften.

Allein im Jahr 2019 geriet zwei Mal einer der großen Kreuzfahrtkähne direkt an der südlichen Uferfront Venedigs außer Kontrolle; die Videos davon, was dann passierte, sind bei YouTube zu besichtigen. Eines der Monsterschiffe rammte
dann ein anderes "kleines" Binnenkreuzfahrtschiff (knapp 100 Meter lang), bevor es die Ufermauer touchierte. Hier eines der Youtube-Videos davon, schauen Sie mal genau hin, wie Leute vom kleinen Kreuzfahrtschiff in letzter Sekunde vor dem Crash an Land flüchten - und ins Wasser fallen. Wir bringen Sie dorthin, wo damals nur haarscharf einige Dutzend Menschen unter Lebensgefahr doch noch heil davon kamen.



Es gibt durchaus Überlegungen, wie sich der Overtourism begrenzen bzw. entschleunigen ließe. Vor Corona wollte Venedig noch ab Sommer 2020 eine Tourismussteuer bzw. eine je nach Andrang variable "City-Maut" einführen, die jetzt auf 2022 verschoben ist ... Tourismusforscher haben da durchaus noch härtere Ideen, wie z.B. die Anzahl der Touristen pro Tag zu begrenzen oder z.B. San Marco vielleicht stundenweise zu sperren, während andere noch nicht ganz so überlaufene Stadtteile noch zugänglich sind. Entsprechende Fußgängerschleusen an den Hauptlaufrouten hatte man immerhin schon mal getestet - vor Corona. Venedig steht mit diesem Problem ja nicht alleine da; Barcelona oder Amsterdam haben ähnliche Probleme und könnten in naher Zukunft Maßnahmen ergreifen, wovon wiederum Venedig lernen könnte.


Was kostet inzwischen ein Quadratmeter Wohnraum egal wo in Venedig? Und warum sollte man diesen Platz eigentlich als Wohnraum "zu billig" an Einwohner Venedigs vermieten statt sie in ein Airbnb-Urlauberdomizil umwandeln? Das fragen sich leider immer mehr Hauseigentümer Venedigs. Auch in Deutschland erhöht sich heutzutage der Wert einer Immobilie um das Dreifache, sobald man ein Gebäude in ein Hotel umwandelt. Der Bürgermeister Venedigs, der selber ja hier nicht wohnt, gibt dazu nur allzu gerne seine Unterschrift. Ja - liebe Besucher Venedigs alle: Wir sind alle auch ein Teil des Problems ...

Wir schauen uns bei dieser Tour Beispiele dafür an, wo z.B. ein Laden in eine Ferienwohnung umgewandelt wurde oder ein Postamt immerhin in eine Wohnung und wie so langsam die lokale Versorgungsstruktur der Stadtteile Venedigs austrocknet.

In den letzten Jahren hat sich in Venedig sogar eine Hausbesetzerszene entwickelt. Und dieser geht es gar nicht in erster Linie um Ferienwohnungen.
Sondern um leerstehende Sozialwohnungen, weil die Commune di Venezia nicht in der Lage oder willens ist, diese zu renovieren ... bis diese dann von Besetzern in Eigenregie hergerichtet werden.

Auch bei dieser Tour erfahren Sie viel an weniger bekannten Geschichten aus der Historie Venedigs.





























Hinweise zur Stadtführung Der Ausverkauf Venedigs

Individualführung auf Anfrage

Möchten Sie teilnehmen? Dies ist eine Individualführung mit Terminvereinbarung!

Über uns

Wir bieten Ihnen offene Führungen mit Reservierungen, sowie Gruppen- und Sonderführungen nach Ihrer Auswahl.

Meistgesehene Führungen

Weitere Stadtführungen