Finanzkriminelle Stadtführung


Diese Führung findet normalerweise nur auf Anfrage statt - außer wenn wieder mal eine schöne Finanzkrise dran sein sollte.

Wir suchen dabei in München insbesondere Orte auf, die z.B. mit Geldschöpfung zu tun haben oder wo mit besonderer Rafinesse Menschen und sogar auch Banken um ziemlich viel Geld gebracht wurden.



Wir wollen dabei Fragen nachgehen wie:

Wer hat eigentlich das Geld in Form von Münzen erfunden?

Wer hat eigentlich Geld in Form von Geldscheinen erfunden?

Wie kam die Kreditgeldschöpfung in die Welt?

Warum sind griechische Staatsschulden eine Erfindung bayerisch-griechischer Finanzminister?

Mit welch abenteuerlicher Finanzierung wurden Arbeitsbeschaffungsprogramme, massive Aufrüstung und Staatsverschuldung des Dritten Reiches ermöglicht?



Messingschild der Bank für die 10.000 reichsten Deutschen

Diese Führung führte bis 2018 zu einer sehr diskreten Privatbank (pikanterweise gegenüber dem bayerischen Finanzministerium gelegen, wie die Spiegelung im obigen Foto zeigt), die keine Schalter oder Öffnungszeiten kannte, da sie nach eigener Aussage ausschließlich das Vermögen der 10.000 reichsten Deutschen verwalten wollten. Wie hoch war die Mindestanlagesumme? Wie viele Millionen musste man mitbringen - plus eine "sehr reiche" Empfehlung oder Referenz, um auch nur einen Termin dort zu bekommen? Merkwürdigerwwiese war die Bank nicht so erfolgreich, so dass sie 2018 abgewickelt werden musste.

Pleite-Baulöwe Schneider: Millionenkredite für nichtvorhandene Flächen und Etagen

Für die Sanierung einer der schönsten Münchner Historismusfassaden bekam der Frankfurter Baulöwe Jürgen Schneider in den 90er Jahren zig Millionenkredite für Luft oder genauer gesagt für gar nicht vorhandene Stockwerke.

Auch der kreditgewährenden Deutschen Bank am Münchner Promenadeplatz - fast in Blickkontakt zum umzubauenden Palais ! - fiel nicht auf, dass auf dem Bauschild ehrlicherweise zwei Stockwerke und damit einige Tausend Quadratmeter fehlten - in Widerspruch zu den Kreditunterlagen.

Baulöwe Schneider ging pleite als er dieses Münchner Palais renovieren wollte

Der ehemalige deutscher Immobilienunternehmer Jürgen Schneider machte mit einer aufsehenerregenden Milliardenpleite im Jahr 1994 Konkurs, gerade als er eine der letzten und schönsten Historismus-Ruinen Münchens wiederaufbauen wollte. Insbesondere von der Deutschen Bank hatte er sich durch gefälschte Unterlagen Milliardenkredite verschafft.
Schneider machte sich vor allem durch die aufwendige Sanierung historischer Immobilien in Frankfurt am Main, München, Leipzig und Berlin einen Namen. 1995 wurde der in Florida untergetauchte Schneider verhaftet und wegen Betrugs, Kreditbetrugs und Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von über sechs Jahren verurteilt.
Die relativ milde Strafe begründete Richter Gehrke ausdrücklich mit der an Vorsatz grenzenden Fahrlässigkeit der Banken: "Viele haben nicht zu unrecht die Frage gestellt, ob die Banken nicht mit auf die Anklagebank gehört hätten."



Griechische Staatsschulden: eine Erfindung bayerischer Finanzminister in den ersten griechischen Regierungen des 19. Jahrhunderts

griechisches Staatswappen unter dem bayerischen König Otto bis 1862

Die griechische Flagge (rechts im Bild) kennt jeder. Aber warum sieht sie zufällig so christlich und weißblau ( = bayerisch ) aus? Beim griechischen Staatswappen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (links im Bild) wird das noch unübersehbarer. Es sieht viel eher bayerisch als griechisch aus, da das moderne Griechenland in seinen ersten 30 Jahren tatsächlich einen bayerischen Wittelsbacher König hatte. Und darum begann die unendliche Geschichte der griechischen Staatsschulden bereits 1833 mit einem bayerischen König( Όθων bzw. Otto von Griechenland ) und einem bayerischen Finanz- und Premierminister Griechenlands ( Joseph Graf Armansperg ).

Zwei bayerische Finanzminister - 1830 Graf Armansperg_+_Markus Söder 2015

Zwei bayerische Finanzminister, die Geld und Schuldenzahlungen von Griechenland einforder(te)n: In den 1830ern Graf Armansperg und 2015 Markus Söder. Armansperg schaffte es sogar, die bayerischen Staatsfinanzen schuldenfrei zu machen, was Söder nur vor hat. Der oft als »Sparmansperg« beschimpfte Graf wurde dann 1835 nach Athen geschickt um als Premierminister die griechischen Staatsfinanzen zu sanieren, woran er aber - wie ziemlich alle anderen auch - scheiterte (Söder-Foto: User-Freud Wikimedia-Lizenz CC BY-SA 3.0).

Denn die mitgebrachten 19 bayerischen Finanzbeamten stellten gleich mal einen Packen Schulden in den ersten griechischen Staatshaushalt ein, u.a. zu zahlen an Bayerns König Ludwig I. (Vater des blutjungen griechischen Königs Otto), sowie an das britische Empire, an die Rothschilds u.a.. Warum? Als Dank für die Eroberung bzw. Befreiung Griechenlands von den Türken wollten die edlen Befreier Geld sehen. Das waren die Briten, die Rothschilds, die Franzosen, die Russen sowie Bayerns König Ludwig I.; schließlich kosten Kriege Geld und Sieger lassen gerne andere dafür bezahlen.

So einfach bekamen aber auch schon damals die Gläubiger dieser Griechenland auferlegten Schulden ihr Geld nicht (zurück-?)gezahlt, obwohl das halbe 19. Jahrhundert lang Kreditraten aus Athen überwiesen wurden. Schlimmer noch: Zwischendrin musste Bayerns König Ludwig I. sogar mal mit einem Notkredt von einer Million Gulden Athen vor dem Staatsbankrott retten. Trotzdem bekam er seine Forderung von 1.933.333 Gulden und 20 Kreuzern nie ganz zurückbezahlt. Dafür gaben nach dem Tode Ludwigs I. die Griechen ihren Wittelsbacher König an die Bayern zurück (und wählten sich als neuen ein Nordlicht aus). Und so liegt der erste König des modernen Griechenland nicht in einem Sarkophag in Athen, sondern unter einer Münchner Kirche bestattet (Foto: Wikimedia-gemeinfrei by Kostisl).

 'Otto von Hellas' griechische-Sarginschrift (Wikimedia-gemeinfrei-Foto-by-Kostisl)


Seitdem sind viele Griechen sauer auf Bayern & Deutschland, ebenso wie viele Bayern sauer auf Griechenland sind. Der Stimmungsmacher und Ex-Finanzminister Markus Söder lassen hierzu herzlich grüßen.


Wo fand der größte Finanzbetrug in Münchens Geschichte statt, der Münchner Bürger um denheutigen Wert von 200 Mio. Euro brachte – mit anschließender Selbstmordwelle? Es war eine Frau und Schauspielerin, die mit ihrem Ponzi- & Schnellballsystem sogar den Münchner Banken das Fürchten lehrte.  Adele S. verursachte den größten Finaznbetrug in Münchens Geschichte



Wo wurde das erste Geld in München hergestellt? Wo werden in München Euromünzen geprägt und wer druckt heute die Euroscheine in München?

Wussten Sie, daß auch mit der Münzprägung - bis herunter zu den Centstücken - der bayerische Staat heute noch Geld verdient? Natürlich wurde dort auch mal sehr spektakulär eingebrochen um einen Sack voller Goldmark zu erbeuten. Als es noch keine Fingerabdrücke gab, konnte der Täter recht schnell an Hand seines Hosenabdrucks identifiziert werden.



Vor 400 Jahren war Jacob Fugger der reichste Mann der Welt

Vor 400 Jahren war Jacob Fugger aus Augsburg der reichste Mann der Welt. Sein Vermögen in heutige Kaufkraft umgerechnet klingt immer noch ungeheuerlich. Im Münchner Bankenviertel hat ihn nicht nur eine deutsche Großbank mit eine Gedenkplatte (siehe oben) geehrt, sondern es gibt auch immer noch einer Filiale seiner "Fürstlichen Privatbank". Jacob Fugger hatte einen Deal mit der katholischen Kirche, wie man viele Gläubige mit der Angst vor dem Fegefeuer um ihr Geld erleichterte.



Wir erzählen Ihnen bei dieser Führung auch einiges über die Geschichte unseres Geldes, warum unser Geldsystem so und - leider - nicht anders ist. Von dieser 'roten Bank' - nicht in München gelegen - soll der Ausdruck 'in Rot gehen' kommen.

Von dieser "roten Bank" - nicht in München gelegen - soll der Ausdruck "in Rot gehen" kommen.



Zum Tresor einer gelddruckenden Privatbank

"Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank“, ließ Bertolt Brecht einen seiner Protagonisten in der „Dreigroschenoper“ sagen. Hinzuzufügen wäre noch: eine Bank, die Geld drucken darf! Und eine solche gab es in München, eine ursprünglich private Bank, die selber Banknoten drucken durfte - bis 1935 produzierte sie sogar bayerische Reichsmarkscheine, z.B. mit der Bavaria darauf (siehe Bild). Leider ist deren edles Treppenhaus für die Jahre 2019 bis 2022 nicht zugänglich, weil Baustelle und künftig Ambiente eines kommenden Luxushotels.

Tresor einer früheren bayerischen Bank, die bayerische Reichsmark-Banknoten drucken durfte Diese Bank hat eine tolle Architektur hinterlassen, hier der Zugang zum Tresor.



4,6 Millionen einer reichen Russin aus Schließfach verschwunden

tz-Schlagzeile im Mai 2019

Aus bislang noch viel zu wenig bekannten Gründen gibt es auf der Welt anscheinend zu viel Geld, das nicht weiß, wo es hin soll oder Anlagemöglichkeiten findet. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass im Münchner Bankenviertel am Promenadeplatz sieben Geldtransporter einer reichen Russin bei einer deutschen Großbank anrollen, um insgesamt 32 Millionen in Noten zu 200 und 500 Euro einzulagern. Sicherlich hat das überhaupt nichts damit zu tun, dass sich Deutschland zu einem prächtigen Geldwäscheparadies entwickelt haben soll. Spannend ist jetzt aber, dass der armen reichen Russin jetzt 4,6 Millionen davon fehlen. Eines der insgesamt sieben Schließfächer scheint Anfang 2018 offenbar "legal" geplündert worden zu sein, d.h. anscheinend ohne Gewaltanwendung. Die tz berichtete erstmals Mai 2019 darüber. Die Staatsanwaltschaft hatte vorübergehend eine Bankmitarbeiterin inhaftiert, aber auch wieder entlassen, da ihr nichts nachgewiesen werden konnte.



Bekannte "geniale" Finanzbetrüger, die sich in München bereicherten, waren u.a. der Venezianer Marco Bragadino(1590/91) sowie die Schauspielerin Adele Spitzeder 1869-72.

Kritisches Buch über die Goldmacherkunst

Marco Bragadino betätigte sich auf Wunsch des bayerischen Herzogs als Goldmacher und führte in seiner alchemistischen Küche unter großen Showeffekten die Erzeugung von Goldstaub vor, den er vorher selbst eingestreut hatte.

Goldmacher in einer Alchemistenküche.


Adele Spitzeder kreierte in großem Stil das erste Finanzanlage-Schnellballsystem Münchens und versprach 10% Zinsen - monatlich!

Für beide sollte es böse enden und wir erzählen Ihnen wie.



Und hier noch ein Tipp: Falls Sie eine wirklich krisenfeste Bank suchen, wir haben in München eine gefunden - hier ist sie samt Bonitätsausweis:

Eine krisenfeste Bank, die mitten in München steht. Sie steht im Hofgarten an der Ostseite hinten (auf dem Weg zur Staatskanzlei und ein bisserl zur Residenz hin).




Mehr solche oft schlitzohrigen Geschichten aus der Finanzgeschichte Münchens erzählen wir Ihnen bei dieser Stadtführung.







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