Finanzkriminelle Stadtführung


Diese Führung findet derzeit nur auf Anfrage statt - außer wenn wieder mal eine schöne Finanzkrise dran sein sollte.

Wir suchen dabei Orte auf wie z.B. eine Bank, die ausschlielich die 10.000 reichsten Deutschen als Kunden haben möchte oder Orte, wo mit besonderer Rafinesse Münchner um sehr viel Geld gebracht wurden.


Diese Führung findet derzeit nur auf Anfrage statt - außer wenn wieder mal eine schöne Finanzkrise dran sein sollte.

Wir suchen dabei Orte auf wie z.B. eine Bank, die ausschlielich die 10.000 reichsten Deutschen als Kunden haben möchte oder Orte, wo mit besonderer Rafinesse Münchner um sehr viel Geld gebracht wurden.

Messingschild der Bank für die 10.000 reichsten Deutschen

Die Führung beginnt bei einer sehr diskreten Privatbank, die keine Schalter oder Öffnungszeiten kennt, da sie nach eigener Aussage ausschließlich das Vermögen der 10.000 reichsten Deutschen verwalten möchte. Wie hoch ist die Mindestanlagesumme? Wie viele Millionen müssten Sie mitbringen - plus eine "sehr reiche" Empfehlung oder Referenz, um auch nur einen Termin dort zu bekommen?

Pleite-Baulöwe Schneider: Millionenkredite für nichtvorhandene Etagen

Für die Sanierung einer der schönsten Münchner Historismusfassaden bekam der Frankfurter Baulöwe Jürgen Schneider in den 90er Jahren zig Millionenkredite für Luft bzw. gar nicht vorhandene Stockwerke.

Auch der kreditgewährenden Deutschen Bank am Münchner Promenadeplatz - in Blickkontakt zum umzubauenden Palais - fiel nicht auf, dass auf dem Bauschild ehrlicherweise zwei Stockwerke und damit einige Tausend Quadratmeter fehlten - in Widerspruch zu den Kreditunterlagen.

Baulöwe Schneider ging pleite als er dieses Münchner Palais renovieren wollte

Der ehemalige deutscher Immobilienunternehmer Jürgen Schneider machte mit einer aufsehenerregenden Milliardenpleite im Jahr 1994 Konkurs, gerade als er eine der letzten und schönsten Historismus-Ruinen Münchens wiederaufbauen wollte. Insbesondere von der Deutschen Bank hatte er sich durch gefälschte Unterlagen Milliardenkredite verschafft.
Schneider machte sich vor allem durch die aufwendige Sanierung historischer Immobilien in Frankfurt am Main, München, Leipzig und Berlin einen Namen. 1995 wurde der in Florida untergetauchte Schneider verhaftet und wegen Betrugs, Kreditbetrugs und Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von über sechs Jahren verurteilt.
Die relativ milde Strafe begründete Richter Gehrke ausdrücklich mit der an Vorsatz grenzenden Fahrlässigkeit der Banken: "Viele haben nicht zu unrecht die Frage gestellt, ob die Banken nicht mit auf die Anklagebank gehört hätten."



Griechische Staatsschulden: Verursacht durch bayerische Herrscher und Finanzminister in Athen

griechisches Staatswappen unter dem bayerischen König Otto bis 1862

Die griechische Flagge (rechts im Bild) kennt jeder. Aber warum sieht sie zufällig so weißblau ( = bayerisch ) aus? Beim griechischen Staatswappen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (links im Bild) wird das unübersehbar. Es sieht viel eher bayerisch als griechisch aus, da das moderne Griechenland die ersten 30 Jahre tatsächlich einen bayerischen König hatte. Und darum begann die unendliche Geschichte der griechischen Staatsschulden bereits 1833 mit einem bayerischen König( Όθων bzw. Otto von Griechenland ) und einem bayerischen Finanz- und Premierminister Griechenlands ( Joseph Graf Armansperg ).

Zwei bayerische Finanzminister - 1830 Graf Armansperg_+_Markus Söder 2015

Zwei bayerische Finanzminister, die Geld und Schuldenzahlungen von Griechenland einforder(te)n: In den 1830ern Graf Armansperg und 2015 Markus Söder. Armansperg schaffte es sogar, die bayerischen Staatsfinanzen schuldenfrei zu machen, was Söder nur vor hat. Der oft als »Sparmansperg« beschimpfte Graf wurde dann 1835 nach Athen geschickt um als Premierminister die griechischen Staatsfinanzen zu sanieren, woran er aber - wie ziemlich alle anderen auch - scheiterte (Söder-Foto: User-Freud Wikimedia-Lizenz CC BY-SA 3.0).

Denn die mitgebrachten 19 bayerischen Finanzbeamten stellten gleich mal einen Packen Schulden in den ersten griechischen Staatshaushalt ein, zu zahlen an Bayerns König Ludwig I. (Vater des blutjungen griechischen Königs Otto), an das britische Empire, an die Rothschilds u.a.. Warum? Als Dank für die Eroberung bzw. Befreiung Griechenlands von den Türken wollten die edlen Befreier Geld sehen. Das waren die Briten, die Rothschilds, die Franzosen, die Russen sowie Bayerns König Ludwig I.; schließlich kosten Kriege Geld und Sieger lassen gerne andere dafür bezahlen.
So einfach bekamen aber auch schon damals die Gläubiger dieser Griechenland auferlegten Schulden ihr Geld nicht (zurück-?)gezahlt, obwohl das halbe 19. Jahrhundert lang Kreditraten aus Athen überwiesen wurden. Schlimmer noch: Zwischendrin musste Bayerns König Ludwig I. sogar mal mit einem Notkredt von einer Million Gulden Athen vor dem Staatsbankrott retten. Trotzdem bekam er seine Forderung von 1.933.333 Gulden und 20 Kreuzern nie ganz zurückbezahlt.
Seitdem sind viele Bayern sauer auf Griechenland. Kronprinz Finanzminister Markus Söder lässt herzlich grüßen.

Wo fand der größte Finanzbetrug in Münchens Geschichte statt, der Münchner Bürger um den heutigen Wert von 200 Mio. Euro brachte – mit anschließender Selbstmordwelle?

Wo wurde das erste Geld in München gemacht und wer druckt heute die Euros? Wussten Sie, daß auch mit der Münzprägung - bis runter zu den Centstücken - der bayerische Staat heute noch Geld verdient? Natürlich wurde da auch mal sehr spektakulär eingebrochen.



Zum Tresor einer gelddruckenden Privatbank

"Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank“, ließ Bertolt Brecht einen seiner Protagonisten in der „Dreigroschenoper“ sagen. Hinzuzufügen wäre noch: eine Bank, die Geld drucken darf! Und eine solche gab es in München, eine private Bank, die selber Banknoten drucken durfte - bis 1935 produzierte sie sogar bayerische Reichsmarkscheine, z.B. mit der Bavaria darauf (siehe Bild).

Tresor einer früheren bayerischen Bank, die bayerische Reichsmark-Banknoten drucken durfte Diese Bank hat eine tolle Architektur hinterlassen, hier der Zugang zum Tresor.




Mehr solcher oft schlitzohriger Geschichten aus der Finanzgeschichte Münchens präsentieren wir Ihnen bei dieser Stadtführung.

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